Feste Seife liegt offen am Waschbecken, wird mit den Händen angefasst und häufig von mehreren Personen benutzt. Da liegt die Frage nahe: **Ist ein Stück Seife eigentlich hygienisch? Und können sich auf seiner Oberfläche Bakterien oder andere Keime sammeln?
Die kurze Antwort lautet: Ja, auf einem benutzten Seifenstück können Mikroorganismen nachweisbar sein. Im normalen privaten Alltag bedeutet das jedoch nicht automatisch ein relevantes Hygienerisiko. Entscheidend ist, was beim Waschen passiert – und wie die Seife zwischen den Anwendungen aufbewahrt wird.
Schauen wir uns das etwas genauer an.
Warum Seife unsere Hände überhaupt sauber macht
Seife muss Bakterien nicht wie ein Desinfektionsmittel „abtöten“, um wirksam zu sein.
Ihre wichtigste Aufgabe ist eine andere: Die waschaktiven Bestandteile der Seife helfen dabei, Fett, Schmutz und daran haftende Mikroorganismen von der Haut zu lösen. Durch das Einseifen, Reiben und anschließende Abspülen unter fließendem Wasser werden diese von den Händen entfernt.
Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC weist deshalb darauf hin, dass Händewaschen mit Seife wirksamer ist als das Waschen nur mit Wasser. Für Verbraucherinnen und Verbraucher sieht sie zudem keinen nachgewiesenen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen antibakterieller Seifen gegenüber gewöhnlicher Seife.
Auch deutsche Infektionsschutz-Empfehlungen setzen im Alltag auf gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife. Besonders wichtig ist dabei nicht nur die Seife selbst, sondern die richtige Anwendung: Die Hände sollten gründlich eingeseift, anschließend unter fließendem Wasser abgespült und sorgfältig abgetrocknet werden. Als Richtwert werden 20 bis 30 Sekunden gründliches Einseifen empfohlen.
Aber können sich auf einem Seifenstück Bakterien befinden?
Ja. Und genau an diesem Punkt entsteht häufig ein Missverständnis.
Untersuchungen haben gezeigt, dass auf bereits benutzten festen Seifen durchaus Bakterien nachweisbar sein können. Das allein beantwortet jedoch noch nicht die entscheidende Frage.
Viel wichtiger ist:
Werden diese Mikroorganismen beim Händewaschen tatsächlich in relevanter Menge auf die Hände übertragen?
Eine häufig zitierte wissenschaftliche Untersuchung ging dieser Frage gezielt nach. Dabei wurden Seifenstücke im Labor mit *Escherichia coli* und *Pseudomonas aeruginosa* stark belastet – sogar deutlich stärker, als dies zuvor bei normal benutzten Seifenstücken beobachtet worden war.
Anschließend wuschen sich 16 Versuchspersonen mit diesen Seifenstücken die Hände. Das bemerkenswerte Ergebnis: Nach dem Waschen waren die verwendeten Testbakterien auf den Händen der Teilnehmer nicht nachweisbar. Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass bei der normalen Verwendung eines zuvor benutzten Seifenstücks nur ein geringes Übertragungsrisiko besteht.
Bereits frühere Untersuchungen waren zu vergleichbaren Ergebnissen gekommen.
Feste oder flüssige Seife – was ist hygienischer?
Hier lohnt sich ein genauer Blick.
Die CDC fasst die Situation für Verbraucher sehr einfach zusammen: Sowohl feste als auch flüssige Seife eignen sich zum Entfernen von Keimen von den Händen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass feste Seife für jede Situation die optimale Lösung ist.
In öffentlichen Waschräumen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder anderen Bereichen mit besonders hohen hygienischen Anforderungen gelten strengere Maßstäbe. Die deutsche Infektionsschutzinformation empfiehlt insbesondere in öffentlichen Waschräumen Flüssigseife gegenüber Seifenstücken. Auch in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen werden feste Seifen nicht empfohlen.
Das ist ein wichtiger Unterschied:
Was für ein Krankenhaus oder einen stark frequentierten öffentlichen Waschraum gilt, lässt sich nicht automatisch auf das heimische Badezimmer übertragen.
Im normalen Privathaushalt kann ein Stück Seife bei sachgerechter Verwendung problemlos Teil der täglichen Körper- und Handhygiene sein.
Übrigens ist auch Flüssigseife nicht grundsätzlich vor Verunreinigungen geschützt. Untersuchungen haben beispielsweise gezeigt, dass nachfüllbare Flüssigseifenspender bei mangelnder Hygiene mikrobiell belastet werden können.
Entscheidend ist also nicht allein die Frage „fest oder flüssig?“, sondern auch, wie ein Produkt verwendet und aufbewahrt wird.
Der wichtigste Hygienetipp für feste Seife: trocknen lassen
Wer feste Seife verwendet, kann mit einer ganz einfachen Gewohnheit zu einer guten Hygiene beitragen:
Nach der Benutzung sollte das Seifenstück möglichst gut abtrocknen können.
Statt die Seife dauerhaft in Wasser oder in einer geschlossenen, feuchten Seifenschale liegen zu lassen, ist eine Ablage sinnvoll, von der Wasser ablaufen kann und die Luft an die Seife lässt.
Das hat noch einen weiteren Vorteil: Eine Seife, die zwischen den Anwendungen trocknen kann, weicht weniger auf und wird langsamer verbraucht.
Eine gut belüftete Seifenablage ist deshalb nicht nur eine Frage der Ordnung im Badezimmer, sondern hilft auch dabei, das Seifenstück möglichst lange in einem guten Zustand zu halten.
So benutzt du feste Seife hygienisch
Für den Alltag reichen einige einfache Regeln:
1. Hände bzw. Haut und das Seifenstück mit Wasser anfeuchten.
2. Die Seife aufschäumen und den Schaum gründlich verteilen.
3. Beim Händewaschen alle Bereiche – auch Fingerzwischenräume, Daumen, Fingerspitzen und Handrücken – sorgfältig einseifen.
4. Für gründliches Händewaschen etwa **20 bis 30 Sekunden** einplanen.
5. Anschließend gründlich unter fließendem Wasser abspülen.
6. Die Hände sorgfältig abtrocknen.
7. Das Seifenstück so ablegen, dass überschüssiges Wasser ablaufen und die Seife bis zur nächsten Verwendung trocknen kann.
Mehr braucht es im normalen Alltag in der Regel nicht.
Muss Seife antibakteriell sein?
Für den normalen privaten Gebrauch lautet die Antwort: **nein**.
Die Vorstellung, eine hygienische Seife müsse möglichst viele Bakterien abtöten, klingt zunächst plausibel. Wissenschaftlich ist das für die alltägliche Handreinigung jedoch nicht notwendig.
Die CDC stellt fest, dass für Verbraucher kein zusätzlicher gesundheitlicher Nutzen antibakterieller Seifen gegenüber gewöhnlicher Seife nachgewiesen ist.
Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass im Privathaushalt bei gesunden Menschen normale Hygienemaßnahmen und richtiges Händewaschen mit Seife in aller Regel ausreichen und eine routinemäßige Desinfektion nicht erforderlich ist.
Das eigentliche Prinzip guter Handhygiene ist erstaunlich einfach:
Einseifen, gründlich waschen, abspülen und abtrocknen.
Unser Fazit: Feste Seife und Hygiene passen gut zusammen
Die Vorstellung, dass ein gemeinsam benutztes Stück Seife automatisch unhygienisch sein müsse, ist zu pauschal.
Zwar können sich auf der Oberfläche einer benutzten festen Seife Mikroorganismen befinden. Untersuchungen zeigen jedoch, dass daraus beim normalen Händewaschen nicht automatisch eine relevante Übertragung auf die Hände folgt. Für den privaten Alltag kann feste Seife daher hygienisch verwendet werden.
Wichtig sind vor allem die richtige Anwendung und eine gute Aufbewahrung: **gründlich einseifen, mit fließendem Wasser abspülen und das Seifenstück anschließend gut trocknen lassen.
Damit verbindet feste Seife etwas, das wir bei Foamable besonders mögen: Ein einfaches Produkt kann bei richtiger Anwendung erstaunlich viel leisten.
Und manchmal braucht gute Pflege eben gar nicht mehr – sondern einfach eine gute Seife.